Auf den Spuren von Franziskus (Teil 3): Stigmata
Shownotes
Hoch oben auf einem Berg inmitten von Felsvorsprüngen liegt das Kloster La Verna bei Assisi in Italien. Für den Franziskanerorden ist dieser Ort etwas ganz Besonderes: Hier soll der heilige Franziskus vor ungefähr 800 Jahren die sogenannten „Stigmata“ empfangen haben – die Wundmale Christi. Judith Reinders war am Gedenktag der Stigmatisierung mit einer Pilgergruppe aus Unterfranken in La Verna dabei.
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00:00:02: Dunkle Wolken ziehen über dem ombrischen Tal auf.
00:00:04: Ein großes Holzkreuz ragt weit in den Himmel, der Anblick hat etwas Mystisches.
00:00:10: Das passt zu dem Ort an dem der heilige Franziskus die Stikmata – die Wundmale Jesu erhalten haben soll.
00:00:16: Was diese Erfahrung für ihn bedeutet haben könnte und warum bis heute sehr erinnert wird erklärt Franziskaner Bruder Markus Scholz
00:00:23: Stigmata sind die Wundmale.
00:00:26: Franziskus hat hier auf dem Berg Laverna im Jahr twelvehundertzwanzig bekommen in einer mystischen Vision, wie es uns so die Quellen überliefern.
00:00:36: Für Franziskuss waren die Wundenmale also nicht nur ein körperliches Phänomen sie wurden als Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit mit dem leidenden Christus verstanden.
00:00:45: doch genau dieser Gedanke ist für viele Menschen heute schwer vorstellbar.
00:00:49: auch die Würzburger Pilgergruppe hat Fragen.
00:00:51: Für mich persönlich ist es schon irgendwie ein neuer, spiritueller Weg.
00:00:56: Wo ich mir auch schwer tue wie das eigentlich war und letztendlich weiß ich aber auch aus meiner Lebenserfahrung dass es sehr viel Dinge gibt die zwischen Himmel und Erde sind die man auch nicht erklären kann und die man vielleicht gar nicht erklären muss.
00:01:12: also Ich bin jetzt auch so dran zu glauben Es muss nicht alles erklärbar sein.
00:01:17: Also da muss ich erst noch einen Zugang finden, das ist für mich schon ein bisschen befremdlicher.
00:01:21: Ich finde es schon faszinierend wie viele Menschen hier auch herkommen um das zu erleben.
00:01:25: Da ist er denke ich so besürfnisbar nach was anderem als der weltlichen
00:01:31: Seite.".
00:01:31: Und doch
00:01:31: besuchen Menschen seit Jahrhunderten das Kloster Laverna – vielleicht auch weil die Geschichte des Franziskus eine ganz andere Frage berührt?
00:01:39: Wie gehen wir mit den eigenen Wunden im Leben um?
00:01:41: Der Würzburger Bischer Franz Jung deutet es so...
00:01:44: Für mich bedeutet das die offenen Wunden, die ein Mensch im Leben trägt.
00:01:48: Sei es körperliche Natur viele Menschen, die Wundeilungsstörungen haben aber natürlich vor allem auch die seelischen Wunden sich nochmal mit Franziskus in den Wunden des Herrn bergen zu können.
00:02:01: für ihn war natürlich die Stigmata auch Ausdruck seines Mitgefühls mit der geschundenen und leidenden Kreatur.
00:02:10: Franziskus wird für viele zum Vorbild, das selbst mit Leid und Verletzlichkeit konfrontiert war.
00:02:15: Und darin die Nähe zu Christus gesucht hat.
00:02:17: Ich glaube jeder Mensch macht die Erfahrung auch von Verwundungen im Leben.
00:02:21: Es gibt nicht nur die Sonnenseiten und die schönen Momente Sondern auch da wo ich enttäuscht werde Da wo vielleicht auch... nicht körperlich, aber seelisch vielleicht verwundet bin.
00:02:32: Wo ich an etwas leide, wo etwas schwer ist und auch da Tröstung zu finden und Zuversicht und zu wissen okay das hat der heilige Franziskus auch erfahren
00:02:42: dürfen.".
00:02:49: Am Gedenktag am siebzehnten September kommen jährlich hunderte Menschen nach Laverna um an Franziskos und seine Stigmatisierung zu erinnern.
00:02:59: Mit einer Prozession ziehen die Franziskaner und die Pilger durch den Klostergang zur Kapelle des Stigmata.
00:03:05: Dort erinnern sie an Franziskus.
00:03:06: und dann eine bis heute aktuelle Erfahrung, verwundet zu sein.
00:03:10: Und trotzdem Hoffnung zu suchen!
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