"Was glaubst du" mit Co-Trainer der Würzburger Kickers Jannik Feidel
Shownotes
Was glauben Sie eigentlich? Eine sehr persönliche, private Frage. Über die viele Menschen nicht öffentlich sprechen. Dabei sind so viele auf Sinnsuche. Es gibt die Menschen, die gläubig sind. Die Menschen, die sich von der Kirche abgewandt haben. Die Agnostiker. Die Atheisten.
Ronja Goj hat in unserer Sommerserie "Was glaubst du?" mit prominenten Persönlichkeiten über Glaube, Gott und den Sinn des Lebens gesprochen.
Den Anfang macht Jannik Feidel. Er ist Co-Trainer der Würzburger Kickers. Ronja Goj hat ihn im Stadion am Dallenberg in Würzburg getroffen.
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00:00:00: Quaderförmig ist es, bespannt bekleidet mit einem weißen Netz aus großen Maschen.
00:00:06: Das Tor, das auf dem Moos grünen Fußballfeld steht, aufs Janik-Feidel schaut!
00:00:12: Er sitzt auf der Tribüne die aussieht wie eine überdimensionale Treppe – übersät mit unzähligen kleinen Löchern, die herausgestanzt sind aus dem Mattenmetall.
00:00:30: Freiheitsschenkend, Fehler verzeihend einfach.
00:00:33: Ich habe immer die Möglichkeit.
00:00:35: auch wenn ich Quatsch gemacht hab dann liebt er mich trotzdem noch und so in diesen drei Worten würde ich immer mein Gottesbild
00:00:42: bezeichnen.".
00:00:43: Es ist die Freiheit, die in den letzten Jahren Teil seines Glaubens geworden ist, die ihm wichtig geworden ist – die sein Glauben heute prägt!
00:00:52: Wir Menschen, die durch Gott diese Freiheit bekommen haben selber unser Leben zu gestalten.
00:00:59: Ich glaube, das Leben macht uns Angebote.
00:01:01: Und wenn man offen ist und mit sichem Reinen zufrieden ist, dann macht einem das Leben halt ständig solche Angebote und man muss
00:01:09: zugreifen.".
00:01:09: Er strahlt!
00:01:11: Kleine Lachfältchen graben sich in seine Wangen – Das Bild, dass er von Gott hat, es hat sich verändert Mit Anfang zwanzig und später als er Sport- und Theologie studiert Sich intensiv Gedanken macht über den Glauben die Religion
00:01:26: Weg vom Bild, was alles vorbestimmt Und wir, wie so Marionetten am Seil hängen und Gott uns durchs Leben führt.
00:01:33: Sicher hatte auch mit uns eine Idee aber das ist nicht so dass er uns irgendwo hinzieht.
00:01:38: Eierscheilenfarben Plüschig ist seine Fliesjacke.
00:01:41: Schwarz die Hose, weiß die Sneaker!
00:01:44: Der Glaube – er ist wichtig in seiner Familie.
00:01:48: Seine Großtante isst Kirchenpflegerin, nimmt ihn Sonntags mit in die Kirche.
00:01:53: Er wird Kommunionkind, Ministrant.
00:01:55: Geht mit zwölf Jahren ins Internat nach Jena.
00:01:58: Ein großer Schritt für
00:02:00: ihn.".
00:02:00: Da merkt man dann schon ... Fernab von der Familie, dass man irgendwie dann auch alleine ist.
00:02:06: Und gerade die Dinge, die da nicht so gelaufen sind und man abends allein im Bett liegt ... hinterfragt auch einen zwölfjähriger, wo ist eigentlich gerade der Sinn?
00:02:14: oder wer essen jetzt hier?
00:02:15: und gibt mir so ein bisschen Halt.
00:02:17: Janik Feidel hat die Beine angezogen, angewinkelt seine Knie aneinandergelehnt wie ein umgedrehtes V erinnert sich dass er damals versucht hat mit Gott zu sprechen im Gebet.
00:02:30: Mir dann auch immer wieder zu sagen hey du bist nicht allein egal was du tust da ist jemand Hat eine Idee, hat einen Plan und der fängt dich auch in einer gewissen Art und Weise auf.
00:02:39: Und das hat mit einem extrem viel Kraft
00:02:41: gegeben.".
00:02:41: Auch
00:02:41: heute betet er noch gerne morgens nach dem Aufstehen – es sortiert ihn, klärt seine Gedanken macht etwas mit ihm seinem Bewusstsein für den Tag, macht ihn gelassener ist für ihn ein Weg zur Zufriedenheit.
00:02:56: Dann werde ich wahrscheinlich eher Situationen erkennen wo ich sage so ja das ist es!
00:03:01: Und das habe ich mir eigentlich gewünscht.
00:03:03: Das ist
00:03:03: gut.".
00:03:03: Janik
00:03:04: Feidel blinzelt in die Sonne, wirkt innerlich ruhig, angekommen bei sich, denkt nach über sein Bezug zu Gott wie nah er ihm ist – wie verbunden er sich ihm fühlt?
00:03:16: Wenn ich mir die Zeit nehme und wenn ich meine Gedanken dahin ausricht dann hab' ich immer das Gefühl dass Gott gleich nah zu mir ist.
00:03:25: aber natürlich gibt's auch Phasen in meinem Leben jetzt wo weiter weg von Gott gegangen bin.
00:03:31: Und dann lag das aber nicht an Gott sondern an
00:03:33: mir.".
00:03:34: Auch wenn manchmal Dinge passieren, die Janik Feidl nicht verstehen kann – Die Fragen aufwerfen nach dem Warum, dem Sinn.
00:03:51: Irgendwie nicht.
00:03:52: Er schüttelt den Kopf mit seinen kastanienbrauen Haaren, die an den Seiten raspelkurz abrasiert sind oben zerzaust gesteilt.
00:04:00: Es wird halt schlechtes passieren wenn wir Menschen frei sein weil wir Menschen halt fehlbar sind.
00:04:04: so und Gott gibt uns die Möglichkeit und ich kann aber nicht sagen Gebt uns die Möglichkeit nicht, weil dann schränke ich ja irgendwie meine Freiheit so ein.
00:04:13: Es sind die Großen, die einprägsamen Momente im Leben in denen er Gott spürt.
00:04:18: Momente des Erfolgs – Momente der Trauer und das sind die Kleinen, die leisen Momente.
00:04:24: So
00:04:24: in dieser zwischenmenschlichen Ebene, in dem Gespräch, in einem Telefonat oder auch in einer gewissen Gruppendynamik.
00:04:34: aber auch wenn man draußen in der Natur ist und sich denkt so wow ist es jetzt einfach grad schön!
00:04:38: Kaffee braun sind seine Augen, die leuchten, funkeln.
00:04:42: Während er davon erzählt wie sie sich anfühlen diese Momente in denen er Gott spürt
00:04:48: Wenn ich das Gefühl habe dass da irgendwie etwas Göttliches passiert würde jetzt einfach sagen und wenn man diesen Moment hat dann Hat man so einen kleinen moment von vollkommender Zufriedenheit.
00:05:00: Er stützt den Ellenbogen auf sein knie hat Die hand zu einer kleinen kugel geformt lehnt seinen Kopf daran denkt nach Über die große Frage, die Frage nach dem Sinn im Leben.
00:05:12: Die Grundlage und den tieferen Sinn sehe ich einfach in Glauben dass irgendwie alles so wie es ist prinzipiell erst mal gut ist Und ich dann natürlich als Mensch mich entfalten kann und mich auch ausleben kann, aber halt so eine sichere Homebase einfach habe, dass ich nicht ganz so tief fallen kann.
00:05:30: Sondern irgendwie wird da was sein, was mich aufhängt und was mich dann auch
00:05:33: hält.".
00:05:33: Wie das weiße Netz mit den großen Maschen, das im Tor hängt – Das Aufhängt Hält.
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