Bye Bye Sr. Katharina – Teil 1
Shownotes
Wer über 30 Jahre eine Schule geleitet hat, hat sicher was zu erzählen. Dachte sich meine Kollegin Regine Krieger, als sie hörte, dass Sr. Katharina Merz als Schulleiterin der unterfrankenweit bekannten Mädchenschule St. Ursula aufhören würde. Also zog sie, die selbst mal auf den „Orschelis“ war, wie der Volksmund liebevoll sagt, aus, um ein kleines Abschiedsinterview mit ihr zu führen:
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00:00:00: Schwester Katharina, nach einunddreißig Jahren in der Schulleitung der Sankt Ursula Schule in Würzburg heißt es Abschied nehmen für dich vom aktiven Schulleben.
00:00:09: Warst du denn selbst eine gute Schülerin?
00:00:10: Ähm, also ich sag mal so.
00:00:13: Ich hab ein gutes Abitur hingelegt.
00:00:14: Das auf jeden Fall!
00:00:15: Aber zwischendrin war's nicht so gut.
00:00:18: Bin hierher zu Uselin gekommen ... Weil meine Mutter hatte wenig Zeit nachzuschauen und als ich hier hergekommen bin und der Schulleiterin da damals in der Schwester Ljuba mein Zeugnis so bisschen verstohlen hingeschoben hat dann hat sie das Zeugniss angeschaut und sagt, aber Sie machen gern Kunst?
00:00:35: Und ich denke hey die gucken Kunst an Wahnsinn Ja Und ja, deutschen sie auch nicht schlecht?
00:00:41: Nein.
00:00:42: Und für mich war so plötzlich da... Hey!
00:00:45: Da glaubt ihr man an dich und das ist eigentlich etwas was ich weitergeben möchte.
00:00:49: Ich hab dann wie gesagt ein gutes Abitur hingelegt.
00:00:52: Es liegt so viel daran, wie man angenommen wird.
00:00:54: Wie auf einen geschaut wird.
00:00:55: als Schülerin ist das ganz
00:00:56: wichtig.".
00:00:57: Hast du dann vielleicht ja für dich auch mitgenommen?
00:00:59: Gut zu gucken!
00:01:00: Auf deine Chefin sag ich mal... es gab da noch eine spannende Wendung in deinem Leben denn dein Berufswunsch war ja auch gar nicht Lehrerin ursprünglich.
00:01:08: Nee eigentlich wollte ich was mit Kunst machen.
00:01:11: oder zwischendrin habe ich mir überlegt mein einer Onkel hatte einen Bauernhof.
00:01:15: also Bräuerin zu sein hätte ich mir auch schön vorstellen können.
00:01:19: Ja gut leere Buf Hab ich schon von Anfang an immer gesagt, wegen anderen Leute Kinder lasse ich mir keine grauen Haare wachsen.
00:01:26: Das war mein Motto.
00:01:28: aber als ich ins Kloster gegangen bin da hat mich die damalige Oberin auch die Schwester Ljuba gefragt würden sie Lehrerin machen?
00:01:36: Nicht ich Lehrerin!
00:01:38: Ich bin überhaupt nicht strukturiert und so ne kann man gar nie vorstellen.
00:01:41: Aber ja das Kloster hat mich gebraucht und dann habe ich ja gesagt Und hab's nie bereut
00:01:48: Und daraus wurden dann ein und dreißig Jahre Schulleitung.
00:01:52: Was hat sich denn in diesen Jahrzehnten mit diesen zigtausend von Mädchen, die du kennengelernt hast verändert?
00:01:58: Ja ich glaube ... Der gesellschaftliche Wandel macht sich natürlich auch in der Schule bemerkbar.
00:02:04: Also ich glaube, die Anforderungen und die Erwartungen, die gerade auch im Bildungsbereich kommen, sind schon gigantisch geworden.
00:02:15: Es ist keine Entlastung durch Computer wie es früher immer geheißen hat.
00:02:18: Es geht alles besser, schneller... Jetzt hat man halt viel mehr Statistiken zu machen und was weiß ich?
00:02:24: Was alles!
00:02:25: Und die Digitalisierung Die ist total wichtig.
00:02:28: Aber es muss ein gutes Konzept her, dass Medien pädagogisch die jungen Menschen angeleitet werden und wir wollen sie natürlich auch gut in Zukunft, finde ich vollkommen klar.
00:02:37: Aber gerade Social Media
00:02:39: usw.,
00:02:41: das haut auch ganz schön rein so im schulischen Alltag ja.
00:02:45: Hattest du in all den Jahren sowas wie einen Motto, das dich getragen hat?
00:02:50: Ja bei Gott ist kein Ding unmöglich oder wie die Schwester Lobo immer gesagt wird, braun unverschämtes Gott vertrauen.
00:02:55: Also für mich ist es eigentlich total wichtig auch als Schulleiterin – ich habe mir das selbst nicht sehr ausgesucht!
00:03:01: Ich wollte ja keine Karriere machen, ich hab' ja gesagt und von daher habe ich meine Verantwortung, mein letztes Verantwortung immer nach oben abgegeben.
00:03:08: Also okay du bist der Chef da oben.
00:03:12: Deine Wegen habe ich ja gesagt also musst Du mir auch helfen ganz
00:03:14: einfach.".
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