Story-Teller – Armutsgeschichten erzählen
Shownotes
Mehr als 20 Prozent der Menschen in Deutschland gelten laut statistischem Bundesamt als armutsgefährdet. Das ist allerdings erst mal nur eine Zahl und Zahlen berühren einen in der Regel nicht besonders. Anders wird es, wenn diese Zahlen konkret werden, wenn Armut ein Gesicht bekommt. Das ist der Plan bei einer Aktion, die am Samstag, den 25. Juli in der Marktkirche in Aschaffenburg stattfindet. „Story-Teller – damit Armut ein Gesicht bekommt" ist der Titel der Veranstaltung von Diakonie und Caritas, die sich bei diesem Thema ja gut auskennen. Burkard Vogt hat mit zwei der Organisatoren gesprochen und sich gleich mal die Geschichte einer Pfandflaschensammlerin erzählen lassen.
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00:00:00: Am Anfang hatte ich massive Hemmungen in einen Mülleimer zu greifen.
00:00:04: Aber wenn ich nicht reingreife, dann kriege ich nichts!
00:00:07: Da muss man drüber wegschauen.
00:00:09: Manche Menschen gucken dann weg andere schauen mich mit Leidig an aber meistens wird man gar nicht gesehen Weil Armut unsichtbar macht.
00:00:18: Ein Auszug aus der Geschichte von Nicole, vorgelesen von Sozialarbeiterin Katharina Will die arbeitet im Sozialkauffaus der Diakonie in Aschaffenburg und hat mit ihren Kollegen solche Einblicke in das Leben von bedürftigen Menschen gesammelt.
00:00:32: Diese Geschichten wiederum sind jetzt Teil der Aktion Storyteller.
00:00:36: Das heißt ja übersetzt Geschichtenerzähler, aber Teller auf Deutsch verstanden macht auch deutlich dass er etwas serviert wird und zwar wahre Geschichten aus dem Sozialarbeiteralltag.
00:00:47: Es geht um Geschichten von Menschen, die uns in den Beratungen begegnen oder in unserem Sozialkaufhaus.
00:00:54: Es geht auch um Menschen, der von verschiedenen Lebenssituationen betroffen sind – ob das Arbeitslosigkeit ist oder alleinerziehende Menschen, Menschen in Armutslagen.
00:01:05: und wir wollen einfach auf diese Menschen aufmerksam machen, auf deren Geschichten sie zu Wort kommen lassen.
00:01:10: Denn der Blick auf die Armut verändert sich, wenn er plötzlich konkret wird.
00:01:14: Will hatte kürzlich eine alleinerziehende Mutter in der Beratung.
00:01:19: Sie
00:01:19: hat einen kleinen Sohn sechs Jahre alt und sie hatte leider kein Geld mehr um ihn in einer Hose zu kaufen.
00:01:25: Irgendwann sagt ihr kleine Sohn six Jahre zu ihr Mama ich höre einfach auf zu wachsen und wenn nicht aufhört zu wachsen müssen wir kein Geld für Hosen ausgeben.
00:01:34: Und da kommt dann das Thema Armut auch bei Kindern am Küchentisch an.
00:01:38: Am Storyteller-Tag wird in der Marktkirche St.
00:01:41: Agatha eine riesige Tafel gedeckt und auf den Tellern werden solche Geschichten serviert.
00:01:47: Es gibt auch eine Ausstellung, musikalische Darbietungen und der Asyrische Kulturverein wird dafür sorgen dass es auch Teller mit etwas zu Essen gibt.
00:01:55: Es geht um Aufmerksamkeit für die sozialen Herausforderungen in unserem Land.
00:02:00: Die Armut nimmt zu doch in der Regel zeigt sich das wir die meisten Bürger nur in anonymen Zahlen.
00:02:06: dem Leiter des Sozialkaufhaus Wolfgang Große ist bei diesem Thema aber wichtig.
00:02:11: Bei allen diesen sozialen Herausforderungen geht es um Menschen und ihre Geschichten.
00:02:18: Armut hat viele Geschichten, und bei Geschichten ist wichtig dass sie erzählt werden und dass man sie hört und dass er erfährt.
00:02:27: Bei allem geht das um einzelne Menschen und deshalb sind diese Geschichten von diesen Menschen so
00:02:34: wichtig.
00:02:35: Für ihn ist auf die Tränen trüße drücken aber nicht die Lösung, sein Ansatz bei den Storytellern Und deswegen am Schluss noch eine wahre Hoffnungsgeschichte.
00:03:06: Frau Dee wurde nach einer Krise psychisch krank, Fehlzeiten aufgrund der Angststörung führten zum Arbeitsplatzverlust und mehrere Versuche neue zu finden scheiterten.
00:03:17: Dann kam das Angebot für eine Arbeitsgelegenheit erzählt sie.
00:03:22: Am Anfang waren es nur wenige Stunden am Tag aber ich war nicht allein.
00:03:27: Ich lernte dass ich wertvoll bin.
00:03:31: Heute bin ich die Koordinatorin einer Abteilung im Diakonisozialkaufhaus ab einem Arbeitsvertrag.
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