Muslimisch-jüdisches Abendbrot
Shownotes
In einer Beziehung leben ist nicht immer leicht: Schließlich ist jeder ein bisschen anders und damit muss man irgendwie zurechtkommen. Noch komplizierter wird es, wenn man aus verschiedenen Kulturen kommt und sogar noch unterschiedliche Religionszugehörigkeiten hat. Bei Saba-Nur Cheema und Meron Mendel ist das so. Sie ist Muslima und er Jude – und das ist mit Blick auf den Nahostkonflikt eine besonders spannende Mischung. Und dann schreiben die beiden noch gemeinsam eine Kolumne für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Burkard Vogt hat die beiden bei einer Veranstaltung in Aschaffenburg getroffen und wollte wissen, wie das so klappt mit dem Zusammenleben.
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00:00:00: Die meisten vermuten, dass jüdisch und muslimisch aus lauter religiösen Konflikten besteht.
00:00:04: Und man sich täglich streitet an welchen Gott man jetzt glauben soll.
00:00:09: Diesen Bild können wir gar nicht so ganz entsprechen.
00:00:12: Ron ist sehr, sehr kular jüdischer aufgewachsen.
00:00:14: Ich bin sehr religiös muslimisch aufgewachsend und ich glaube die Frage von Religion ist grundsätzlich eine, die wir uns immer wieder irgendwie stellen über, die wird
00:00:21: diskutieren.".
00:00:21: Die aber kein Hindernis für ihre Partnerschaft sagt Sabanur-Chema Muslimin in Frankfurt aufgewachen vom Beruf Politologen.
00:00:30: Ihre Familie hat pakistanische Wurzen und war nicht unbedingt begeistert über ihre Partnersschaft mit Miron Mendel.
00:00:36: Der ist Jude.
00:00:38: In Jerusalem geboren, lebt auch schon lange in Frankfurt, leitet dort die Bildungsstätte Anne Frank – auch bei ihm gab es zu Hause nicht viel Verständnis!
00:00:47: Ein Jude und eine Muslimin?
00:00:49: Eine Beziehung, bei der man politischen Fragen nicht aus dem Weg gehen kann.
00:00:53: Deiner Ostkonflikt spielt immer eine Rolle besonders seit dem Terroranschlag der Hamas am siebten
00:00:58: Oktober-Zw.A.,
00:01:00: sagt Miron Mendel.
00:01:03: unsere jeweilige Community ist, die jüdische Community der muslimischen Community ganz klar auf die eine oder andere Seite gestagen haben.
00:01:13: Und als Paar sind wir gezwungen in den Zwischenzonen und suchen Wo doch Dialogsmöglichkeiten gibt, wo man trotz Differenzen und unterschiedliche Identitätsentwürfe Gemeinsamkeiten findet.
00:01:35: Inzwischen auch ein ganz wichtiger Aspekt unserer Arbeit.
00:01:38: Die
00:01:38: beiden haben nämlich neben ihrer Beziehung mit inzwischen zwei Kindern.
00:01:42: noch ein weiteres gemeinsames Projekt, sie schreiben eine Kolumne für die Frankfurter allgemeine Zeitung mit dem Titel jüdisch-islamisches Abendbrot.
00:01:51: Abendbrott sagen Sie ist etwas sehr typisch deutsches.
00:01:54: Um achtzehn Uhr etwa so ein Brot und Butter und was gibt es da noch?
00:01:59: vielleicht ein Stück Wurst?
00:02:24: Die Themen, bei denen es in der Kolumne geht werden allerdings nicht nur beim Essen miteinander verhandelt.
00:02:29: Es geht uns genau darum, verschiedene Fragen die uns eben auch beschäftigen im Alltag.
00:02:34: Wohin macht man den Urlaub?
00:02:36: oder bis hin zu politischen großen Fragen?
00:02:38: In der letzten Kolumne haben wir uns über den WM-Patriotismus erlaubt oder nicht ein bisschen zugespitzt.
00:02:44: jetzt formuliert geschrieben also es sind alles so Themen über die wir diskutieren und die wir häufig eben auch dann verschriftlichen
00:02:51: Auf die gleichen Themen aus unterschiedlichen Perspektiven schauen.
00:02:55: das erleben die beiden als Bereicherung.
00:02:57: Einige der Kolumnen den Buchform erschienen und das Paar war damit auf Leserreise durch ganz Deutschland unterwegs.
00:03:04: Das wiederum lieferte Ideen für ein neues Buch, dass im September erscheinen wird – es trägt den Titel die Empörungsfalle wie wir wieder streiten lernen!
00:03:13: Das mit dem Streit ist ja keine einfache Sache, aber die beiden sind sich sicher was da am Anfang stehen muss.
00:03:18: Ich glaube die erste Frage wäre eine ganz ehrliche an sich selbst gerichtet wie oft bin ich eigentlich bereit die Meinung meines Gegenüberes.
00:03:27: wenn ich weiß ich stimme ihr nicht zu mir sie anzuhören ohne innerlich sowieso völlig davon überzeugt sein dass es schwachsinn ist und ich glaube das machen wir viel zu selten.
00:03:36: ich schließe mich damit ein.
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