Umgang mit Exorzismus

Shownotes

Was ist Exorzismus?

Vor 50 Jahren, am 1. Juli 1976, starb die 23jährige Studentin Anneliese Michel an Unterernährung und Schwäche in Klingenberg am Main. Das passierte, während zwei Priester versuchten, bei ihr den Teufel auszutreiben. Das Unglück macht auch noch heute immer wieder Schlagzeilen, auch weil das Thema Exorzismus viele Leute abstößt, aber auch irgendwie fasziniert. Aus Anlass des Jahrestages hat Kirchenfunk-Redakteur Burkard Vogt mit den Weltanschauungsbeauftragten Dr. Jürgen Lohmeyer gesprochen, ihn danach gefragt, was man unter Exorzismus eigentlich versteht und ob so ein Unglück wie damals bei Anneliese Michel nochmal passieren könnte.

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00:00:00: Ich würde auf jeden Fall rundum sagen, heute kann sowas in Deutschland.

00:00:04: Der Fall Michl kann sich nicht nochmal wiederholen auch nicht im Rahmen der katholischen

00:00:08: Kirche.".

00:00:08: Jürgen Lohmeyer ist sich da ganz sicher – als Weltanschauungsbeauftragter des Bistums Würzburgs sitzt er für diese Beurteilung auch an der richtigen Stelle Denn sobald eine Anfrage zum Thema Exorzismus kommt landet sie auf seinem Schreibtisch.

00:00:21: Das hinausbeschwören, so die deutsche Übersetzung des lateinischen Wartes-Exorzismus beschreibt er so

00:00:29: Eine ziemlich lange Abfolge von Gebeten, von Zeichenhandlungen zum Beispiel besprengen mit Weihwasser.

00:00:36: Mit der Lesung, mit dem Evangelientext und mit dem Glaubensbekenntnis also die ganze... Latte ist auch jetzt mal an Gebeten und Zeichenhandlungen.

00:00:47: Im Prinzip für Menschen, die sich vom Bösen bedrängt fühlen.

00:00:51: das Schwierige an einem großen Exorzismus ist eben dass es dann auch Gebete gibt die sich direkt an den Teufel wenden und den Teufe auffordern diese Person zu verlassen.

00:01:04: Schwierig findet er es deshalb, weil dieses Denken dazu verleitet die Ursachen der Probleme auf einen einzigen Grund zu projizieren und damit andere Ursachen zum Beispiel eine psychische Erkrankung auszuschließen.

00:01:16: Für Lomaer führte das neunzehntundertsechsenzig letzten Endes zum Tod der dreieinzwanzigjährigen Analyse Michel aus Klingenberg am Mainen.

00:01:24: Sie waren nach zahlreichen Exorzismen an Unterernährung und Erschöpfung gestorben.

00:01:29: Damals hat sich das gesamte soziale Umfeld die Eltern, die Nachbarn auch Anneliese Michels selbst nur noch sozusagen auf diese einzige religiöse Begründung verlassen und ist letztendlich aber mit dieser Begrünung so jetzt mal dies gescheitert.

00:01:49: Und deswegen glaube ich, ist es heute wichtig auch den Blick nochmal für andere Zugänge zu bestimmten Phänomenen und Erlebnisweisen die Menschenbedrücken zu öffnen.

00:02:00: Lumayer beschreibt wie er heutzutage vorgeht wenn sich jemand meldet und um einen Exorzismus bittet.

00:02:05: Natürlich werden solche Menschen ernst genommen.

00:02:07: zunächst mal und das findet ein ausführliches Erstgespräch statt und dann wird man versuchen zu beraten in einem interdisziplinären Team und wird aber auch der Person des Angebots einer seelsorglichen Begleitung machen.

00:02:22: Zu diesem interdiszieplinären team gehören sowohl Seelsorger als auch Fachleute aus Medizin- und Psychiatrie, Der Weltanschauungsbeauftragte sieht das als eine Lehre die aus dem tragischen Fall der Analyse Michel gezogen wurde.

00:02:35: Er weiß aber auch dass in anderen Kulturen mit dem Thema Teufelsglaube anders umgegangen wird.

00:02:40: Hier

00:02:41: hier als westliche Kirche sage ich mal sind in einem gewissen westlichen Wissensstandard auch und eine kritischen Öffentlichkeit gegenüber verpflichtet.

00:02:51: Und müssen dann eben uns nach diesem Wissenstand aufstellen und richten, wenn jetzt der Vatikan meint er muss aber auf andere Weltgegen den Rücksicht nehmen.

00:03:02: Okay!

00:03:03: Dann sollte es so sein, aber wir sehen ihm auch wieder.

00:03:06: Allerdings ist Exozismus nicht nur ein Thema der katholischen Kirche.

00:03:10: Wer sich etwas genauer damit befasst, der wird feststellen das gerade im freikächlich-evangelikalen, karismatischen Bereich und dort auch wesentlich stärker verbreitet.

00:03:21: Dinge gibt die halt nicht Exorzismus in sich nennen sondern Befreiungsdienst Aber wo in etwa das gleiche Weltbild vorherrscht und wo man meint eben mehr mit einer freien Form, ja aber nichts, dass er trotzdem auch meint.

00:03:37: Man könnte da Dämonen austreiben, man hat eine gewisse Vorstellung von Satan vom Teufel usw.

00:03:44: Auch wenn das Thema immer wieder mal in den Medien hochgeschaukelt wird.

00:03:48: für seine Arbeit als Wildanschauungsbeauftragter ist es eher ein Randbereich.

00:03:52: Ich habe wesentlich mehr Medienanfragen zu der Thematik als von Menschen, die jetzt sich dezidiert wegen eines Exerzismus an die Diözese wenden.

00:04:02: Also ich würde mal sagen in den letzten zehn Jahren im niedrigen einstelligen Bereich.

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