Moscheeführung - Mehr voneinander wissen

Shownotes

Nach Schätzungen des Bundesamtes für Migration leben in Deutschland aktuell knapp sieben Millionen Muslime. Dem stehen etwa 44 Millionen Christen verschiedener Konfessionen gegenüber. Die einen wissen oft nur wenig von den anderen und umgekehrt. Deswegen lud der Deutsche Katholikentag in Würzburg Mitte Mai unter anderem auch zu Moscheebesichtigungen ein. Die stieß auf großes Interesse. Burkard Vogt hat sich einer Gruppe angeschlossen. Er wollte wissen, warum es wichtig ist, mehr voneinander zu wissen.

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00:00:05: Gut siebzig Christen sitzen in der Moschee auf dem Boden und hören den Ruf des Muezzin.

00:00:12: Der kommt allerdings vom Band, einen Minaret gibt es hier nicht.

00:00:15: Überhaupt war die älteste Moschegemeinde der Stadt für die Besucher nicht so leicht zu finden!

00:00:20: Ich wohne in Würzburg seit fünfzehn Jahren und habe es heute geschafft, das erste Mal hier in die Moschee zu kommen.

00:00:26: Ich wusste bis heute Morgen nicht dass hier eine ist obwohl ich an der Straße immer

00:00:30: vorbeigehe.".

00:00:31: Die Türen aufgemacht für diese Veranstaltung, die im Rahmen des Deutschen Katholikentages stattfand hat Emre Kaja.

00:00:37: Er isst er stellvertretende Vorsitzende des Integrations-, Kultur- und Bildungsvereins in Würztburg und wirkt sehr routiniert Denn solche Besucher sind in dieser Gemeinde keine Seltenheit

00:00:50: haben aber auch interessierte Gruppen, die sich so melden und bieten das tatsächlich regelmäßig an.

00:00:55: Vor allem auch am dritten Oktober.

00:00:57: Am Tag der Deutschen Einheit ist ja auch Tag der offenen Moschee in Deutschlandweit – da bieten wir es auch

00:01:01: an!

00:01:02: Kaya ist auch stellvertretender Sprecher des Würzburger Moscheenbündnisses, ein Zusammenschluss der deutschlandweit bislang einzigartig ist.

00:01:10: Wir haben es tatsächlich geschafft die fünf muslimischen Gemeinden in Würzburg an einen Tisch zu bringen.

00:01:15: Haben es geschafft einen Gremium zu entwickeln also Herrn Waschtürk und mich, die im Namen aller Daran sprechen können gegenüber kommunalen Problemen oder kommunalen Anfragen.

00:01:25: Also wir arbeiten sehr eng mit der Stadt Würzbruck zusammen und versuchen natürlich ein Sprachrohr für die Muslime hinzu sein aber Ansprechpartner für Interessierte am muslimischen Glauben und auch an kulturellen Aktivitäten.

00:01:37: Mehr voneinander erfahren, das hält er für eine wichtige Bedingung damit die unterschiedlichen Religionen in Frieden miteinander leben.

00:01:44: Während der Führung gibt er einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Islam, erklärt Wichtiges zum Glaubensbekenntnis der Muslime und zur Glaubenzpraxis.

00:01:54: Ihnen ist wichtig die Toleranz nicht nur von den anderen Glaubemsgemeinschaften zu erwarten sondern sie auch selbst zu leben können.

00:02:00: nicht immer Toleranz erwarten, aber geben keine.

00:02:03: Also ich kann nicht erwarten dass Nichtmusliminnen und Nichtmuslime die Moscheegemeinden Besuchen uns kennenlernen.

00:02:10: wir müssen auch selbst anfangen andere Religionen kennenzulernen.

00:02:14: Und das versuchen wir in Würzburg hier tatsächlich zu vermitteln, auch mit dem Wurzburger Moscheebündnis.

00:02:18: Versuchen wir zu sagen hey es gibt noch eine jüdische Gemeinde, es gibt eine christliche Gemeinde und versuchen da tatsächlich einen schönen Weg zu finden dass man gegenseitig sich tolerant entgegen kommt.

00:02:29: Kaja weiß sehr gut wovon er spricht denn er ist mit einer Christin verheiratet und lebt Vielfalt auch Zuhause zum Beispiel an Weihnachten

00:02:36: Also an Weihnachten gibt's tatsächlich einen Halal Rinderbraten.

00:02:41: Meine Schwiegermutter kocht immer Rinderbraten und ich darf das Fleisch schon mal besorgen, der ist auch halal.

00:02:47: Ich gehe auch mit meiner Frau in die Kirche.

00:02:48: Ich finde das immer wichtig, weil wie gesagt sie unterstützt auch uns in unserer muslimischen Gemeinde und auf der anderen Seite sehe ich mich dann einfach auch verpflichtet Sie in Ihrer Gemeinde zu unterstützen.

00:02:58: Den Teilnehmenden hat die große Offenheit gut gefallen Mit der Emre Kaja auf die Fragen seiner Zuhörer eingegangen ist.

00:03:05: Was sie mitnehmen von den eineinhalb Stunden in der Moschee?

00:03:08: Ja dass es ganz wichtig ist, dass man sich über das was man nicht kennt informiert und dadurch Vorurteile abgebaut werden und Grenzen überwunden werden können.

00:03:21: Und Schubladen geöffnet werden.

00:03:23: Ich habe mich bislang einfach zu wenig beschäftigt, sehe da Lücken und glaube ich möchte und muss mich da viel mehr informieren wie unsere Mitmenschen es zusammenleben können.

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