Ein Jahr danach: Die Folgen der Missbrauchsstudie im Bistum Würzburg

Shownotes

Vor einem Jahr hat die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Würzburg - kurz UKAM- ein Gutachten zur Bestandsaufnahme und Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Diözese Würzburg von 1945 bis 2019 veröffentlicht. Heute ein Jahr später hat das Bistum Würzburg in einer Pressekonferenz vorgestellt, was sich seitdem verändert hat. Anna-Lena Ils war vor Ort dabei und hat mit Bischof Franz Jung gesprochen.

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00:00:00: Wir haben den Empfehlungen der UKAM Rechnung getragen, das heißt wir haben unseren Personalstand aufgestockt.

00:00:08: Wir haben auch die bearbeitende Stelle umbenannt.

00:00:12: Aufarbeitung kam jetzt dazu zur Prävention und Intervention weil wir gemerkt haben dass Aufarbeitungs- ein integraler Bestandteil ist also von drei auf fünf Mitarbeiter.

00:00:23: Wir haben nochmal bei den Schulungen enorm nachgelegt und haben noch mal über dreißig Prozent neue Präventionsberaterinnen, Berater ausgebildet.

00:00:32: Und wir haben jetzt in diesem Jahr auch gelernt lokale Aufarbeitungsprozesse mal

00:00:36: anzugehen."

00:00:37: Sagt der Würzburger Beschuh Franz Jung.

00:00:39: Eineinhalb Stellen der Stabstelle Prävention, Intervention und Aufarbeitung sind derzeit unbesetzt – aber ausgeschrieben!

00:00:46: Insgesamt wurden viertausend dreihundert Haupt- und Ehrenamtliche geschult.

00:00:50: Das ist ein Plus von neununddreißig Prozent zum Vorjahr.

00:00:53: Die Schulungen sollen zukünftig in einem kürzeren zeitlichen Abstand stattfinden – bisher sind sie alle fünf Jahre vorgeschrieben!

00:01:01: Dafür werden gerade neue Formate, auch online erarbeitet.

00:01:05: Außerdem gibt es seit Juni-Zweitausendfünfundzwanzig mit Ilona Anford auch wieder eine weibliche unabhängige Ansprechperson für das

00:01:12: Anerkennungsverfahren.".

00:01:14: Ich bin die direkte Ansprechperson für Betroffene, also die melden sich bei mir telefonisch oder per E-Mail.

00:01:19: Da machen wir ein persönliches Gespräch aus und meistens begleite ich den Betroffenen im Anerkennungsverfahren.

00:01:25: Also da geht es dann um finanzielle Leistungen an Erkennung des

00:01:28: Leids.".

00:01:29: Neben der Psychotherapeutin steht auch ein männlicher Jurist als Ansprechpersone zur Verfügung – doch wie beurteilen betroffende und die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in Bistum Würzburg, Kurz, UCOM, die Entwicklungen des vergangenen Jahres?

00:01:43: Christine Göbel ist in beiden Gremien.

00:01:46: Also ich staune, was sich alles entwickelt hat wie weit breitläufig das Ganze erst, wie man das mitverfolgen kann und die Offenheit von Bistum

00:01:56: ja?

00:01:56: Und dass es nicht nur heißt aufarbeiten so kurzbündig sondern dass es über Jahre hinweg geht.

00:02:01: also das finde ich wirklich super für das was wir als Beirat investiert haben und als

00:02:08: UKAM.

00:02:09: Professor Marcel Romanos ist ebenfalls Mitglied der UKAM.

00:02:12: Zunächst einmal sind wir froh, dass unser Gutachten und auch unsere Empfehlungen, die wir abgegeben haben ernst genommen werden.

00:02:21: Dass sie zu tatsächlichen Verhaltensänderungen geführt haben.

00:02:24: Ich denke man hat heute in der Pressekonferenz gehört das es sehr viele Details sind und eine große Aufgabe ist.

00:02:32: Uns ist es ganz besonders wichtig Die Fortführung nun stattfindet und eine Konsolidierung stattfindt, dass all diese Maßnahmen tatsächlich in der Zukunft weiter umgesetzt werden und Bestand haben werden.

00:02:45: Auch in Zukunft wird das Thema sexueller Missbrauch im Bistum Würzburg weiter behandelt werden.

00:02:50: Bischof Franz Jung hat angekündigt es bei den Besuchen in den Pfarreien zu platzieren – auch beim Katholikentag ist das Thema gesetzt!

00:02:58: Außerdem gibt es das Projekt des Betroffenenbeirats, ein Erinnerungsort für die Überlebenden des sexuellen Missbrauchs auf dem Kiliansplatz in Würzburg zu schaffen.

00:03:06: Nach dem katholiken Tag wird wohl dieses Denkmal für die Betroffen, dieses Mahnmal für den Betroffen errichtet werden.

00:03:12: um nochmal deutlich zu machen wir stellen uns diesem Teil unserer Geschichte sehr noch nicht irgendwo an einem versteckten Winkel sondern ist jetzt tatsächlich beim Dom in einem öffentlichen Platz wo sie jeder sieht.

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